Interview: Frau Springer

0

Hier ist nach langer Zeit mal wieder ein Interview! Diesmal haben wir für euch Frau Springer, die Geographie und Latein unterrichtet, interviewt!

SZ: Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Fr. Springer: Ja. Das hat sich in der Schule schon entwickelt, da wir eine Lehrer-Familie sind. Das heißt, nicht ganz, mein Onkel, meine Schwester waren Lehrer.

SZ: Was war früher Ihr Lieblingsfach?

Fr. Springer: Russisch!

SZ: Was hatten Sie früher für eine Note in Geographie und Latein auf dem Zeugnis?

Fr. Springer: In Latein, was ich übrigens auch gerne gemacht habe, hat es nicht ganz für eine 1 gereicht und in Geo hatte ich eine 1 und in Russisch auch (lacht).

SZ: Nennen Sie eine Stärke und eine Schwäche, die Sie haben!

Fr. Springer: Eine Stärke, eine Schwäche (überlegt)… Eine Schwäche ist- das liegt auch in meiner Familie-, dass ich sehr schnell wütend werde. Und eine Stärke ist, dass wenn ich mir etwas vorgenommen habe, das auch durchsetzen kann.

SZ: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten/perfekten Lehrer aus?

Fr. Springer: Ein perfekter Lehrer? Gibt es einen perfekten Lehrer? Ich weiß nicht, was ihr für Vorstellungen habt. Meiner Meinung nach sollte er seinen Unterricht ordentlich vorbereiten, durchführen, nachbereiten, die Schüler über ihrer Ergebnisse nicht im Unklaren lassen und sich auch für das Umfeld der Schüler interessieren und versuchen, darauf einzugehen. Das ist natürlich auch eine Zeitfrage!

SZ: Denken Sie, sie sind so ein guter/perfekter Lehrer?

Fr. Springer: Nein, ein perfekter Lehrer bin ich hundertprozentig nicht.

SZ: Wie stellen Sie sich die perfekte Klasse vor?

Fr. Springer: (überlegt) Auf gar keinen Fall eine Klasse voller Streber, das hatte ich mal. Das ist zwar schon ganz lange her. Das waren noch Zeiten, da hatte ich 16 Schüler in einer Klasse als Klassenleiter und von diesen 16 Schülern wollten neun, also zur DDR-Zeit, Medizin studieren. Die hatten untereinander nur Konkurrenz. Das war keine schöne Lernatmosphäre. Also die Schüler sollten schon nach Leistung streben, sie sollten aber auch die anderen mitnehmen und sich untereinander helfen   – was nicht heißt abschreiben – und sollten auch in der Freizeit zusammen sein wollen. Und keine Grüppchenbildung!

SZ: Wie sollte die perfekte/gute Unterrichtsstunde aufgebaut sein?

Fr. Springer: Das kommt ganz drauf an. Also ich meine, man setzt sich ein Schwerpunktthema und das sollte man am Ende der Stunde geschafft haben mit der Mitarbeit der Schüler. Und es sollten, wenn möglich, unterschiedliche Methoden angewendet werden. Das kann man in Geo mehr machen als in Latein. In Latein arbeitet man hauptsächlich an Texten und da ist das dann schon etwas schwieriger zu gestalten.

SZ: Welchen Abiturdurchschnitt hatten Sie?

Fr. Springer: Damals gab es noch keine Punkte. Es gab diese Prädikate: Sehr gut, gut und ich bin wie in Latein sehr knapp am „Sehr gut“ verbeigeschrappt. Man brauchte sieben Einsen für ein sehr gut, ich hatte sechs.

SZ: Wenn Sie eine Sache im brandenburgischen Schulsystem ändern könnten, welche wäre das?

Fr. Springer: (überlegt) In den letzten 25 Jahren gab es immer wieder viele Veränderungen. Deshalb würde ich  auf Kontinuität und Ausgewogenheit setzen in Bildungszielen und Inhalten. Und ganz praktisch würde ich auf alle Fälle die Klassenstärken verringern. Also das man 20 bis maximal 25 Schüler pro Klasse hätte, da man so eine ganz andere Arbeitsatmosphäre schafft und der Lehrer ganz anderes auf die Schüler eingehen kann. Allerdings ist das eine Frage der Finanzierung.

SZ: Vielen Dank!

 

Ella Wietheger

Share.

About Author

Comments are closed.