Interview mit dem Regionalsieger (Altersgruppe I) – Jugend debattiert

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Am 18. Februar 2016 fand das Regionalfinale von Jugend debattiert statt. Ich habe für euch den Gewinner der Altersgruppe I, Til Kube, interviewt:

SZ: Was macht dir am Debattieren am meisten Spaß?

Til: Ja, also was macht mir am Debattieren am meisten Spaß? Es ist eigentlich eine Mischung aus ganz vielen Faktoren. Einerseits beschäftigt man sich sehr intensiv mit einigen Themen. Dennoch kann man sich bis zum Schluss nicht sicher sein, wie sich die Debatte entwickeln wird und ob die Vorbereitung ausgereicht hat oder man vielleicht eine wichtige Sichtweise nicht bedacht hat. Andererseits gibt es noch dieses Abwägen zwischen Pro und Kontra. Man muss auf einmal, obwohl man privat vielleicht eine ganz andere Meinung hat, voll und ganz hinter einer Position stehen und ähnlich wie ein Schauspieler sich an die Situation anpassen und schnell und schlagfertig argumentieren können. Das finde ich unglaublich interessant und es macht mir auch am meisten Spaß.

SZ: Wo liegen deine Stärken?

Til: Ich denke, das Debattieren hängt sehr viel von der Vorbereitung ab. Wenn ich also nicht gut vorbereitet bin, dann kann ich auch nicht gut debattieren. Aber natürlich auch, das wird mir zumindest oft gesagt, habe ich gute rhetorische Fähigkeiten und Überzeugungskraft.

SZ: Woran musst du noch arbeiten/üben?

Til: (lacht) Ich muss Gesprächsregeln besser einhalten, da meine Gesprächspartner oftmals sehr wenig zu Wort kommen. Gerade wenn diese mit mir auf einer Position debattieren, bin ich doch sehr wortintensiv.

SZ: Mit welcher Person würdest du gerne einmal debattieren?

Til: Mit welcher Person würde ich gerne mal debattieren… (überlegt)? Es gibt wirklich ein paar Leute, mit denen ich gerne über unterschiedlichste Themen diskutieren würde. Zum einen wäre es sehr interessant, mit Dr. Norbert Lammert, dem Bundestagspräsidenten, zu debattieren. Zum Beispiel über das Wahlrecht ab 16, da der Bundestagspräsident auch eine Meinung hat, die ich nicht unbedingt teile. Grundsätzlich würde ich gerne mit Leuten diskutieren, die nicht meine Meinung vertreten. Alles andere ist ja auch sinnlos.

SZ: Wie bereitest du dich auf die Debatten bei Jugend debattiert vor? Hast du irgendwelche Rituale?

Til: (lacht) Meine Vorbereitung sieht eigentlich wie folgt aus: Ich mache immer eine Tabelle mit Pro- und Kontra-Argumenten und recherchiere dann im Internet und schreibe alle Argumente auf, die mir einfallen. Daraus baue ich dann eine Einführungsrede für Pro und eine für Kontra. In denen versuche ich, einige Argumente unterzubringen und die auswendig zu lernen, sodass ich einen Gesprächsfaden entwickle. Zum Beispiel bei Finaldebatten, wo viele Leute sind und man ein bisschen aufgeregter ist. Zum Beispiel waren beim Regionalfinale 200 Zuschauer dabei. Da ist man noch aufgeregter als bei anderen Debatten. Da sollte man nicht den Faden verlieren. Besonders wichtig ist, dass man sich bei der Pro- Eröffnungsrede eine gute Maßnahme überlegt, die man gut debattieren kann und nicht versucht,  eine „wasserdichte“ Maßnahme zu entwickeln, an der man nichts mehr aussetzen kann. Das ist einfach nicht zielführend und bei einer guten Maßnahme ist sowas auch nicht möglich.  Rituale habe ich jetzt nicht so wirklich. Ich rede mir vor der Debatte die Einführungsreden noch einmal durch und versuche dabei auch schon auf Körpersprache zu achten, denn das ist wichtig für gute Überzeugung, für gute Rhetorik.

SZ: Hast du nächstes Jahr vor wieder bei Jugend debattiert teilzunehmen?

Til: Das kommt darauf an, wie weit ich dieses Jahr komme (lacht). Im Grunde genommen habe ich schon Lust bei Jugend debattiert weiter teilzunehmen, aber das kommt jetzt auf die folgenden Debattten an. Wenn die gut laufen, denke ich, wird sich im weiteren Verlauf zeigen, ob ich nächstes Jahr als Juror oder als Debattant teilnehmen werde.

SZ: Warum, denkst du, ist das LMG so erfolgreich bei Jugend debattiert?

Til: Am LMG ist eigentlich eine Debattenkultur sehr verankert. Das beginnt schon in der achten Klasse mit den Debatten im Deutschunterricht. Das wird in der neunten Klasse mit dem Rhetorikkurs weiter geführt. Diese Debattenkultur wird am LMG sehr gelebt und durch engagierte Lehrerinnen und Lehrer wie zum Beispiel Frau Richter, die sehr stark dahinter steht, aber auch Herrn Durdel oder Frau Reckermann sehr unterstützt. Daher denke ich, dass das hier eine sehr angenehme Atmosphäre bietet, um zu debattieren, und deshalb ist das LMG so erfolgreich.

Wir wünschen Til natürlich viel Erfolg beim Landesfinale am 11.4.2016 in Potsdam!

 

Ella Wietheger

 

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