Eine einzigartige Lesung

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Am Montag, den 27. März 2017, war es von 18 bis 20 Uhr mucksmäuschenstill in der Aula der Kant-Schule. Der Grund hierfür war eine Lesung Jennifer Teeges.

Jennifer Teege studierte fünf Jahre in Israel. Viele ihrer Freunde sind die Nachkommen von Juden, die Shoa nicht überlebt haben. Im Alter von 38 Jahren entdeckte Jennifer Teege zufälligerweise, dass sie die Enkelin Amon Göths ist, also des Kommandant des Konzentrationslagers Płaszów bei Krakau, der als Vorlage für den gleichnamigen Charakter im Film Schindlers Liste diente.

Sie gewährte einem kleinen Kreis an Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern des LMGs und der Kant-Schule Einblicke in den Vorgang dieser Entdeckung, den Umgang mit dieser und in das Reflektieren, über die daraus resultierenden Fragen. Dies tat sie indem sie aus ihrem bereits in mehrere Sprachen übersetzten Bestseller Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen vorlas und auch indem sie teilweise sehr private Fragen aus dem Publikum beantwortete. Wie ging Sie selbst mit dieser Bürde um? Welche Auswirkung hatte dieser Teil der Familiengeschichte auf sie selbst, auf das Verhältnis zu ihrer Adoptivfamilie und auf das Verhältnis zu ihrer eigenen Familie? Gab es eine Aussprache mit ihrer Mutter? Wie reagierten ihre israelischen Freude auf diese Enthüllung?

Eigentlich sagte Jennifer Teege nicht Schlimmes und eigentlich kenne ich als Geschichtslehrer die Fakten über die Shoa in- und auswendig. Dennoch raste mein Herz volle zwei Stunden ununterbrochen und ich hatte ein sehr bedrückendes Gefühl. Auf emotionaler Ebene war diese Lesung ein besonderes Ereignis für mich. Tikva bedeutet Hoffnung – so lautet der letzte Satz aus Jennifer Teeges Buch.

Herzlichen Dank an Frau Reckermann, die diese Veranstaltung für das LMG ermöglicht hat.

Sandra Ketterer

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