Mein Praktikum bei dem Amtsgericht Neukölln

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Vor dem Praktikum haben wir uns in der Klasse über unsere Bewerbungen für einen Praktikumsplatz unterhalten was den Sinn eines Praktikums anbelangt, hegten viele Schüler und Schülerinnen Zweifel. Viele fragten sich, ob es sich wirklich lohnen würde, ein Praktikum während der Schulzeit zu absolvieren. Und viele, so mein Eindruck, kamen vorab zu dem Schluss, dass sich ein Praktikum letztlich nicht auszahlen würde.

Ein typisches und oft gehörtes Argument war die Aussage, dass man ja sowieso nichts lernt und nur den Kaffee für die Kollegen kocht.
Auch ich hatte diese Zweifel was sollte auch in den zwei Wochen schon Aufregendes passieren? Kaffee kochen für die Kollegen? Oder doch nur Herumsitzen, sich langweilen und hoffen, dass der Tag irgendwie umgeht?
Ich habe ja keine speziellen Kenntnisse, was sollten denn die Kollegen beim Amtsgericht mit mir auch anfangen?
Diese Fragen gingen mir oftmals durch den Kopf.
Rückblickend frage ich mich schon, warum ich diese Zweifel am Anfang überhaupt hatte, denn von dritter Seite hatte ich die von mir gehegten Vorurteile bzw. Zweifel nie bestätigt bekommen.
In diesem folgenden Artikel möchte ich auf folgende, mir im Vorfeld des Praktikums gestellte, Fragen
1. Lohnt sich ein Praktikum überhaupt?
2. Kann ein Praktikum für den zukünftigen Beruf hilfreiche Erkenntnisse liefern? eingehen.
Die erste Frage kann ich auf Basis meiner Erfahrungen am Amtsgericht Neukölln eindeutig mit „ja“ beantworten.
Ich war überrascht, dass das Amtsgericht Neukölln einen großen Aufwand betreibt, den Praktikanten eine interessante „ Ausbildungszeit“ zu ermöglichen.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Praktikanten am Amtsgericht Neukölln gefördert aber auch gefordert werden. Anhand eines Ablaufplans werden Praktikanten auf vorher festgelegte Abteilungen des Amtsgerichtes verteilt. Die dort arbeitenden Mitarbeiter sind entsprechend vorbereitet, auf die zugewiesenen Praktikanten einzugehen, sofern erkennbares Interesse der Praktikanten vorhanden ist, helfen die Mitarbeiter jedem Praktikanten gerne.
Mir wurden alle Fragen, die ich hatte, bereitwillig beantwortet. Ich wurde durch alle Mitarbeiter sehr offen und sehr herzlich aufgenommen und fühlte mich mit Beginn der Tätigkeiten in den jeweiligen Teams immer von der ersten Minute integriert.
Ich hatte die Chance, einen mir noch fremden beruflichen Alltag kennen zu lernen, darüber hinaus habe ich auch fachlich Neues lernen können.
Meine anfängliche Nervosität und Unsicherheit, was mich in dem Amtsgericht erwarten würde, war somit unbegründet und wichen mit der ersten Sekunde, als ich am Eingang von den Justizangestellten sehr freundlich begrüßt wurde.
In der Nachbetrachtung hatten die Schüler und Schülerinnen offensichtlich ähnliche Erfahrungen gemacht, denn die Mehrzahl hätte gerne noch mindestens eine Woche länger an dem Praktikum teilgenommen. So war es auch bei mir.
Des Weiteren möchte ich auf die zweite Frage eingehen. Kann ein Praktikum für den zukünftigen Beruf hilfreiche Erkenntnisse liefern?
Nach den positiven Eindrücken aus dem Praktikum, in dem ich interessante Aufgabengebiete des Amtsgerichts Neukölln habe kennenlernen dürfen, kann ich mir durchaus einen Beruf im juristischen Bereich vorstellen, Natürlich weiß ich durch meine vielseitigen Aktivitäten im Praktikum auch, was ich nicht so gerne machen würde.
Das Praktikum hat mir durchaus geholfen, um festzustellen, ob ein Beruf im juristischen Bereich eine mögliche Perspektive wäre.
Am spannendsten fand ich den Bereich der Betreuung oder den Bereich der Zwangsversteigerung, da ich in diesen Abteilungen sehr viel helfen konnte und mich die Aufgabenstellungen, mit rechtssuchenden Bürgern zu kommunizieren, sehr interessiert haben.
Einen anderen Tag war ich in der Geschäftsstelle des Grundbuches, welche ich wiederum sehr einförmig und inhaltlich als sehr „trockene“ Materie empfunden habe. Mit hat hier insbesondere der Kontakt zu Bürgern gefehlt.
Am Ende lässt sich daher sagen, dass ein Praktikum für die Berufsfindung hilf reich sein kann. Rechtsprechung und Kundenkontakt sind zwei Tätigkeitsfelder, die ich mir später durchaus vorstellen könnte. Besonders interessieren mich die Aufgaben eines Richters, hierfür wäre allerdings nach dem Abitur ein Studium Voraussetzung.
Hierüber werde ich mir noch Gedanken machen müssen, ob ich nach dem Abitur direkt einen Beruf oder zunächst ein Studium anstreben würde. Ein wenig Zeit bleibt mir ja noch, darüber nachzudenken.
Insgesamt gesehen, kann ich daher beide Fragen mit „ja“ beantworten.

Julius Hahne

 

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