LER

LER steht für „Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde“. Es ist ein Unterrichtsfach, das seit August 1996 an den brandenburgischen Schulen der Sekundarstufe I (7. bis 10. Jahrgangsstufe), also an Gesamtschulen, Gymnasien und Realschulen, schrittweise eingeführt wird.

Vorausgegangen war der Einführung des Faches in den Jahren 1992 bis 1995 noch unter dem Titel „Lebensgestaltung-Ethik-Religion“ ein Modellversuch an 41 Schulen, an dem auch die Evangelische Kirche mitwirkte. Im Ergebnis einer intensiven Auswertung, die auch das Urteil einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung berücksichtigte, sprachen sich die Abgeordneten des Landtages mit Verabschiedung des Brandenburgischen Schulgesetzes mehrheitlich für die Einführung von „Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde“ als reguläres Unterrichtsfach aus. Im Schuljahr 1999/2000 wurden an 330 Schulen rund 55.000 Schülerinnen und Schüler in LER unterrichtet. Dafür qualifizierten sich 680 Lehrkräfte in einem gesonderten Studiengang.

Dieser Unterricht wird vom Brandenburgischen Schulgesetz gestützt:

„§9 (2) Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben das Recht, Schülerinnen und Schüler in allen Schulformen und Schulstufen in den Räumen der Schule in Übereinstimmung mit ihren Grundsätzen zu unterrichten (Religionsunterricht). Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass der Religionsunterricht entsprechend den für den Schulunterricht geltenden Bestimmungen durchgeführt wird. Sie haben das Recht, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über den Religionsunterricht zu informieren. Der Religionsunterricht wird durch Personen erteilt, die von den Kirchen und Religionsgemeinschaften beauftragt werden. Am Religionsunterricht nehmen Schülerinnen und Schüler teil, deren Eltern eine dahin gehende schriftliche Erklärung abgeben. Bei Schülerinnen und Schülern, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, tritt die eigene Erklärung an die Stelle der Erklärung der Eltern. Der Schulträger stellt die Räume unentgeltlich zur Verfügung.“

soll also hißen, dass eine Teilnahme an diesem Fach freiwillig ist.

Der Unterricht in Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde ist weltanschaulich neutral. D.h., LER vermittelt nicht ein bestimmtes religiöses Bekenntnis, sondern Kenntnisse verschiedener Lebensanschauungen, Überzeugungen, Werthaltungen und Religionen. LER ist insofern zwar bekenntnisneutral, nicht aber wertneutral.(–>anmerkung black: nur dass die anschauung einen gottenthalten muss und dieser auch zufällig der selbe des lehrers ist…)

LER will

 

  • die Fragen und Probleme der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und wichtige Themen unserer Kultur, des Menschen als Individuum und in der Gesellschaft behandeln,
  • dabei der Lebenswelt und den alltäglichen Erfahrungen der Heranwachsenden einen wichtigen Platz einräumen,
  • unterschiedliche Werte und Normen, Lebensvorstellungen und ethische Positionen aus Vergangenheit und Gegenwart im Unterricht bedenken, diskutieren und auf diesem Hintergrund zu eigenen Überzeugungen und verantwortlichen Entscheidungen befähigen und
  • auch Religionen und Weltanschauungen zum Gegenstand von Unterricht und Lernen machen, ohne eine bestimmte Sicht oder Überzeugung, eine Religion oder Weltanschauung als richtig, gültig und verbindlich hinzustellen oder zu vermitteln.

 

Die Inhalte von LER:

Lernfeld 1 – Menschen als Individuen:

ihre Bedürfnisse, Lebensgeschichten, Lebenswelten und Lebensgestaltung

Lernfeld 2 – Menschen in Gemeinschaft:

Wahrnehmen und Gestalten von Beziehungen

Lernfeld 3 – Gefährdungen und Belastungen menschlichen Lebens:

mögliche Ursachen, Auswege, Grenzen, Hilfen und das Maß eigener Verantwortung

Lernfeld 4 – Auf der Suche nach einem erfüllten und sinnvollen Leben

Lernfeld 5 – Die Menschen und ihre Religionen, Weltanschauungen und Kulturen

Lernfeld 6 – Persönliche Lebensgestaltung und globale Perspektiven:

Probleme und Chancen

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